2017

Jahreshauptversammlung 2017

Imkeranfänger werden von einem erfahrenen Paten unterstützt (Foto: Summer)
Neuimker

Auf der Jahrehauptversammlung blickte Theo Günthner auf ein umfangreiches Programm zurück.

Der Bienenzuchtverein Plattling unterstützt die Imkeranfänger vom ersten Volk an mit einem Bienenpaten und erfahrene Imker durch regelmäßige Fortbildungsveranstaltungen am Lehrbienenstand im Infohaus Isarmündung in Moos und durch die Zuchtarbeit der Züchtergruppe auf der Belegstelle. „Die Arbeit auf der Belegstelle ist etwas eigenes“, sagte Günthner, aber sie gehöre dazu. Durch eine gezielte Anpaarung bekommen Imker robuste, fleißige Königinnen, die Völker hervorbringen die wenig schwärmen und gut zu bearbeiten sind. Ab diesem Jahr werden die Züchter der Belegstelle besonderes Augenmerk darauf richten, wie die Bienenvölker die Varroamilbe bekämpfen. Große Hoffnung setzen sie auf besonderes Hygieneverhalten mancher Völker. Sie erkennen, wenn Maden von der Milbe befallen sind und werfen die Maden mitsamt der Milben aus dem Bienenstock.

Günthner dankte allen, die im Verein mitarbeiten, andere Imker unterstützen oder bei Veranstaltungen mit helfen. Es sei ein schönes Miteinander im Verein.

Sommerzeit - Erntezeit auch für Imker

Da freut sich der Imker ... (Foto: Summer)
Honig läuft aus einer Schleuder durch ein doppelsieb
auf dem Weg aus der Wabe ins Glas muss man gut auf den Honig aufpassen (Foto: Summer)
Eine Gruppe von Imkern beobachtet Luise Günthen beim Schleudern

Fortbildung Sommerarbeiten
„Als Imker will ich ja Honig haben und im nächsten Jahr wieder Völker“, sagte Theo Günthner, der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Plattling. Damit die Imker da alles richtig machen, hat er Erhard Härtl, den staatlichen Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern gebeten, am Lehrbienenstand im Infohaus Isarmündung über Sommerarbeiten am Bienenstand zu informieren.

Ableger machen

„Die Sommerzeit ist heuer für die Imker sehr arbeitsreich, es gibt sehr viel Honig“, sagte Härtl. Die Honigtauerzeuger an Tanne und Fichte haben sich sehr gut vermehrt, der Waldhonig entschädige die Imker für die erfrorenen Obstblüten, erklärte er. Wenn es viel Tracht gibt, die Bienen gut beschäftigt sind, Honigtau und Nektar einzusammeln, und die Königin viele Eier legt, kann man bei der Honigernte die Völker gut teilen kann. Ziemlich einfach geht das mit einer Technik, die „ Saugling“ heißt. Da setzt man einen Kasten mit ausgeschleuderten Waben auf den Bienenstock. Viele Bienen krabbeln hinein, um die Reste aus den Waben auszuschlecken. Diese Bienen werden in einen Ablegerkasten gestoßen, zwei Nächte in den Keller gestellt und gefüttert. Mit einer neuen Königin entwickeln sich die Bienen zu einem neuen Volk. Man kann das brutfreie Volk mit Milchsäure von den Varroamilben befreien, dann hat es einen guten Start.

 

Varroakontrolle
Härtl empfahl, auf jeden Fall alle Völker zu kontrollieren, wie stark sich die Varroamilben vermehrt haben. Nimmt man 50 Gramm Bienen, und schüttelt sie in einem Becher mit feinem Puderzucker, kann man die Milben im Puderzucker zählen. Wenn mehr als 25 Milben abfallen, muss man sofort handeln. Vor der Honigernte dürfen die Imker weder Säuren noch Medikamente verwenden. Weil sich die Milben in der Brutvermehren, nehmen sie alle Brutwaben bis auf eine mit unverdeckelter Brut aus dem Volk heraus. Die Milben sammeln sich dann in der offenen Brutwabe. Wenn diese nach ca. 10 Tagen verdeckelt ist, kann der Imker die Milben mit der Brutwabe aus dem Volk entfernen. Mit den Brutwaben, die er aus dem Volk entfernt hat, kann er einen Brutableger machen. Den Ableger kann er behandeln, da er heuer von ihm keinen Honig mehr ernten wird.

 

Honig ernten
Wenn Honig reif ist und die Waben entweder verdeckelt sind, oder unverdeckelte Waben nicht mehr tropfen, wenn man sie schüttelt, enthält er weniger als 18 Prozent Wasser. Es gibt keinen besseren Honig, als den in einer verdeckelten Wabe in einem Bienenvolk“, sagte Härtl. Imker, die den Honig schleudern und abfüllen müssen sehr sauber und sorgfältig arbeiten, um diese gute Qualität zu erhalten. Er zeigte, wie man den Wachsdeckel von einer Wabe entfernt, den Honig schleudert und kleine Wachsreste heraussiebt. Füllen Imker den Honig in das Markenglas des Deutschen Imkerbunds ab (DIB-Glas), geben die Lebensmittelverordnung, die Verpackungsverordnung und die Richtlinien des DIB Hinweise, die Imker beachten müssen. Der Honig sollte luftdicht verschlossen werden, damit er kein Wasser ziehen kann, und kühl gelagert werden, damit die Enzyme lange aktiv bleiben. Weil Blütenhonig schnell kristallisiert und dann sehr fest werden kann, rühren viele Imker den Honig cremig, bevor sie ihn in das DIB-Glas abfüllen.

 

Honigkurs

Theo Günthner und Erhard Härtl vermittelten, was ein Imker über Honig wissen muss (Foto: Summer)
Theo Günthner und Erhard Härtl mit Honiggläsern

Honig ist ein wunderbares Geschenk der Natur. In einer Fortbildung des Bienenzuchtvereins Plattling im Infohaus Isarmündung hat Erhard Härtl, staatlicher Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern den Imkern erklärt, was sie beachten müssen, um die Qualität des Honigs auf dem Weg von der Wabe ins Glas zu erhalten. „Wenn die Bienen aus dem Nektar Honig gemacht haben und die Waben verdeckelt sind, hat der Honig in der Regel weniger als 18 Prozent Wasser“, erklärte Härtl. Um den Honig zu gewinnen, bringt der Imker die Waben aus dem Bienenvolk in einen sauberen Schleuderraum. Dort hebt er den Wachsdeckel mit einer feinzinkigen Gabel ab, und steckt die Waben in eine Schleuder. Durch die Bewegung spritzt der Honig an die Wand der Schleuder und kann abgefüllt werden. Das sollte schnell gehen, damit der Honig möglichst wenig Feuchtigkeit aus der Luft ziehen kann. Und es sollte nichts in den Honig hineinfallen können, was nicht hinein gehört. „Überlegen sie jeden Schritt und dokumentieren Sie, wie sie das kontrollieren und was tun, um sauber zu arbeiten“, empfahl Härtl

cremig rühren

Weil Honig kristallisiert und dann entweder grobe Zuckerkristalle bildet oder sehr fest wird, empfahl Härtl, den Honig cremig zu rühren. Dabei gibt es drei Möglichkeiten: Der Imker wartet ab, bis der Honig von selber anfängt zu kristallisieren – das kann bei Rapshonig innerhalb weniger Tage passieren, bei Waldhonig dauert es viele Monate. Dann rührt er den Honig ein paar Tage lang zwei bis viermal ein paar Minuten, bis er eine gleichmäßige, cremige Konsistenz hat. Möchte ein Imker nicht warten, bis der Honig von alleine kristallisiert, kann er den flüssigen Honig mit cremigem vom Vorjahr impfen und dann rühren. Wenn der Honig fest geworden ist, kann man ihn auf 35 Grad erwärmen und dann die Zuckerkristalle fein rühren.

Enzyme schonen

Honig enthält bis zu 180 Inhaltsstoffe. Entscheidend für die Qualität des Honigs sind die Enzyme. Um sie zu schonen, sollten Imker ihren Honig luftdicht abgeschlossen, kühl und dunkel lagern. Denn Wärme schädigt die Enzyme. Bei 10 Grad dauert es ungefähr 30 Jahre, bis die Enzymaktivität um die Hälfte abgenommen hat, bei 80 Grad geht das in Minuten oder wenigen Stunden.

Vor rund 100 Jahren hat der Deutsche Imkerbund ein einheitliches DIB-Honigglas eingeführt und Qualitätskriterien für den Honig festgelegt. Er kontrolliert regelmäßig, ob der Wassergehalt im Honig unter 18 Prozent liegt, ob die Enzymaktivität hoch genug ist und der Honig keinen Hitzeschaden hat.

Um Nektar und Honigtau für ein Glas Honig zu sammeln müsste eine Biene so weit fliegen, dass sie dreimal die Erde umrunden könnte. „Wir sollten zeigen, dass wir den Honig wertschätzen“ sagte Theo Günthner, der Vorsitzende des Bienenzuchtvereins Plattling.

Für gute Tracht sorgen

Gärtner, Landwirte und Kommunen können die Bienen unterstützen, und von Februar bis Anfang Oktober für ein gutes Angebot an Nektar und Pollen sorgen. Grundsätzlich ist wichtig, Sorten mit ungefüllten Blüten zu wählen. Im zeitigen Frühjahr decken Zwiebelpflanzen wie Winterling, Schneeglöckchen, Blaustern und Sträucher wie Haselnuss, Weiden, Kornelkirsche den Tisch für die Bienen. Im Sommer können Kommunen und Landwirte den Bienen helfen, wenn sie blühende Wegränder erst nach der Blüte abmähen und das Mähgut abfahren.

Besuch von Studenten der Agrarwissenschaft

Jochen Wiecha (l.) besuchte mit seinen Studenten die Belegstelle (Foto: Summer)
Die Studenten der Agrarwissenschaft stellten sich um Gruppenfoto auf


„Wenn Du etwas über Bienenzucht erfahren willst, dann bist Du beim bayerischen Zuchtobmann Theo Günthner und in der Belegstelle Königswald gut aufgehoben“. Für Jochen Wiecha, den Lehrbeauftragten am Institut für Tierzucht an der Technischen Universität München-Weihenstephan und zwei Kleinbusse voller Studenten hat sich der Besuch in Niederbayern doppelt gelohnt:

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Besuch von Studenten auf der Belegstelle

In den Begattungskästchen dürfen keine Drohnen sein (Foto: Summer)
Ein Mitarbeiter der Belegstelle kontrolliert die Begattungskästchen

Die Studenten der TU München-Weihenstephan haben den Belegstellenbetrieb in der Praxis und das Zuchtprogramm Beebreed kennengelernt. Sie haben sie miterlebt, wie der ehrenamtliche Mitarbeiter Heinz Kramhöller gewissenhaft nachschaute, ob in den Begattungskästchen, in denen die Züchter die Königin mit ihren Begleitbienen anliefern, ja keine Drohnen als blinde Passagiere mitreisen. Auf der Belegstelle dürfen nur Drohnen fliegen, die von der Königin 2-260-633-215-K abstammen.

Zahlencode entschlüsselt

Günthner kennt die Nummerncodes, die in der Bienenzucht eine Rolle spielen, in- und auswendig. Wenn eine Königin vorne eine 2 hat, weiß er, dass sie aus Bayern stammt. Hinter der Nummer 260 verbirgt sich der Züchter Josef Hasenöhrl. Er ist anerkannter Reinzüchter und zweiter Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Plattling. Er hat der Königin die Nummer 633 gegeben. Jeder Züchter kann die Königinnen nach einem eigenen System nummerieren, Hasenöhrl gibt allen Königinnen, die im Juni geschlüpft sind, eine Nummer, die mit 6 beginnt. 2015 ist das Geburtsjahr. 2016 hat er das Volk mit der Königin bewertet und die Völker ihrer Töchter für würdig befunden, auf der Belegstelle zu stehen. Die Drohnen begatten rund 6000 Königinnen, die die Züchter anliefern. Sie hat eine überdurchschnittliche Honigleistung, schwärmt nicht gerne und ist sehr sanftmütig. Günthner zeigte den Studentinnen und Studenten der Agrarwissenschaften, wie sie im Internet Informationen über die Eltern und Großeltern finden können. Er erklärte ihnen, dass die Leistungen der Geschwister und Cousinen der Königin bei der Bewertung auch eine Rolle spielen. So kann man sicher sein, dass die guten Eigenschaften kein Zufall sind und in der nachfolgenden Generation wieder verschwinden. Im Gegensatz zu der Zucht der Buckfastbienen, die hofft, dass zufällige Kreuzungen aller möglicher Bienenrasse gute Ergebnisse in der ersten Generation bringen, arbeiten Carnicazüchter daran, dass die Bienen der Rasse Carnica ihre guten Eigenschaften zuverlässig auch an ihre Enkel und Unrenkel weiter vererben.

Um die kleinen Larven in eine Zuchtlatte zu setzen, braucht man viel Feingefühl (Foto: Summer)
Die Studenten sehen wie Imker Larven in eine Zuchtlatte setzen
Die Studenten waren überrascht, wie brav die Bienen der Belegstelle sind (Foto: Summer)
Studenten bescihtigen das Zuchtvolk der Belegstelle

Bienen als Wissenschaft

 

„Ich hätte nie gedacht, dass Bienenzucht so kompliziert ist“, staunte Belinda. Die Masterstudentin der Agrarwissenschaften ist eigentlich nur aus allgemeinem Interesse bei der Exkursion mitgefahren. „Während dem Studium muss mitnehmen, was geht“, fand sie. Natürlich hat sie gewusst, dass Bienen wichtig sind, aber wieviel Arbeit Bienen machen und was ein Bienenzüchter alles wissen und beachten muss, hat sie überrascht.


Jochen Wiecha will den Bienen mehr Bedeutung in Forschung und Lehre an der TU München verschaffen. „Bienen sind mindestens das drittwichtigste Nutztier in der Landwirtschaft“, sagte er. Dafür werden sie viel zu wenig wahr genommen. Damit die Studenten der Agrarwissenschaften, der Biologie und anderer Studiengänge wenigstens ein Semester lang etwas über die Bienen erfahren können, hat er das Modul „Bienenwissenschaften“ entwickelt und im Rahmen des Wettbewerbs „Lehrfonds 2016“ Geld dafür bekommen. Vier Stunden pro Woche im Institut und auf einigen Exkursionen lernen die Studentinnen und Studenten das wichtigste über die Bienen; Anatomie und Sozialleben, Krankheiten und Zucht, Handel und Forschung. Da arbeitet er eng mit dem Landesbetrieb Landwirtschaft in Hessen und dem Julius-Kühn-Institut des Bundes zusammen.

Den Studenten Johannes Wanner hat besonders beeindruckt, wie gutmütig das Zuchtvolk war. Günthner hatte es geöffnet und eine Wabe herausgezogen, in die die Königin vor wenigen Tagen Eier gelegt hat. Züchter aus der Umgebung holen sich gerne die frisch geschlüpften Maden, um aus ihnen Königinnen nach zu ziehen.

Michael Weiderer wird Ehrenmitglied

Der Bienenzuchtverein Plattling (BZV) hat auf seiner Jahreshauptversammlung Michael Weiderer zu Ehrenmitglied ernannt. Er sei seit 50 Jahren Mitglied des Bienenzuchtvereins und über 70 Jahre alt, sagte Theo Günthner, der BZV Vorsitzende. Damit habe er die Voraussetzungen für die Ehrenmitgliedschaft erfüllt. Günthner freute sich, dass Weiderer regelmäßig die Versammlungen des BZV besucht und an Veranstaltungen und Fortbildungen teilnimmt.

Bürgermeister Erich Schmid war zu der Versammlung gekommen, um den Ehrenbürger der Stadt Plattling die Ehrenurkunde zu überreichen. Georg Kopp überreichte er die silberne Ehrennadel für 30 Jährige Mitgliedschaft beim Landesverband bayerischer Imker. Stefan Schubert konnte die goldene Ehrennadel für 40 jährige Mitgliedschaft aus gesundheitlichen Gründen nicht in Empfang nehmen.

Für Michael Weiderer sind seine Bienen seit über einem halben Jahrhundert die höchste Freude. Er liebe seine Bienen, sagte er, da fühle er sich intensiv mit der Natur verbunden. Man müsse sie gut behandeln und sauber arbeiten, dann bringe man sie auch gut durch die schwierigen Zeiten

V.l: 2. Vorsitzender Josef Hasenöhrl, Ehrenmitglied Michael Weiderer (50 Jahre), Kassier Christian Kopp, Georg Kopp (30 Jahre), Bürgermeister Erich Schmid, BZV Vorsitzender Theo Günthner (Foto: Summer)
Ehrungen mit Bürgermeister Erich Schmid
Mehr als die Hälfte der Mitglieder des Bienenzuchtverein haben die Mitgliederversammlung besucht (Foto: Summer)
Mitglieder bei der jahreshauptversammlung 2017

Winterversammlung 2017

Auf der Winterversammlung des Bienenzuchtvereins Plattling im Infohaus Isarmündung stehen traditionell weniger die Bienen, sondern die Mitglieder und ihre Lebensgefährten im Mittelpunkt. Theo Günthner, der 1. Vorsitzende begrüßte 11 Neumitglieder und gratulierte Alfons Weidgans und dem Ehrenmitglied Michael Weiderer zu ihrem 80. Geburtstag. Der Bienenzuchtverein Plattling hat nun 127 Mitglieder.

Jeder ist willkommen

In neun Schulungsveranstaltungen am Lehrbienenstand auf dem Gelände des Infohauses und im Vortragssaal hat der Verein aktuelle Informationen an die Imker weiter gegeben. „Da ist jeder willkommen!“, betonte Günthner, nicht nur die Vereinsmitglieder. Er bedankte sich bei Franz schöllhorn, dem Leiter des Infohauses und dem Landratsamt für die gute Zusammenarbeit. „Wir sprechen uns ab, es ist schön, dass wir den Vortragsraum nutzen können“, so Günthner. Viele Mitglieder helfen zusammen, dass die Veranstaltungen durchgeführt werden können. Günthner dankte allen, die sich zur Verfügung stellen. Jede helfende Hand sei willkommen, betonte er.

Winterbehandlung

Damit die Bienen gut über den Winter kommen, gab der Bienensachverständige Franz Britzl Tipps zur Winterbehandlung. Jeder Imker müsse nachschauen, ob die Völker bereits brutfrei seien und die Winterbehandlung mit Milch- oder Oxalsäure durchführen. Er informierte über zwei neu zugelassene Mittel: Streifen mit dem Wirkstoff Flumethrin, die verhindern sollen, dass im Herbst Varroamilben von außen in das Volk gelangen und Varromed, eine Kombination aus Ameisen- und Oxalsäure, die in das Volk geträufelt wird. Nähere Informationen dazu wird es bei einem Vortrag am 13. März geben.

Natur an der freifließenden Donau

Höhepunkt der Versammlung war ein wunderbarer Vortrag von Josef Baumgartner. Der Heizungsbaumeister aus Satttling durchstreift in seiner Freizeit die Donau- und Isarauen mit Tarnzelt, Film- und Fotokamera. In jahrelanger, geduldiger Arbeit hat er farbenfrohe und stimmungsvolle Eindrücke dieser Landschaft gesammelt: Nebenstimmung im goldenen Somenaufgang. Eine Vielfalt von Blautönen des Wassers, die Farben des Herbstes und der Blütenpracht, etwa Blutweiderich, Blaustern und Barbarakraut. „Glück gehört auch dazu“, sagte er. Baumgartner war oft zur richtigen Zeit am richtigen Ort, es gelangen ihm sensationelle Vogelaufnahmen: Eine Wasserralle und ihr Junges, singende Blaukehlchen, ein Seidenschwanz beim Naschen einer Vogelbeere, wie ein Eisvogel einen kleinen Fisch verschlingt. Traurig fand er, dass er immer weniger Wiesenbrüter beobachten kann: Kiebitze und Brachvögel nehemn dramatisch ab, Rotschenkel und Uferschnepfen zu beobachten werde ein seltenes Glück. Weil die Donau in der Regel im Winter eisrfrei bleibt, kann er dort seltene Wintergäste fotografieren: Kolbenenten, Spießenten, Pfeifenten und Schellenten, die auf Isar und Donau balzen, kurz bevor sie zu ihren Brutplätzen in Sibirien fliegen.

Die Zuschauerinnen und Zuschauer waren sehr beeindruckt von dem Vortrag und dankten mit langem Applaus. Der Nachmittag klang aus mit einem gemeinsamen Imbiss.

2016

Volksfestauszug 2016

Gruppenfoto: J. Weikl
Grupenfoto BZV Plattling vor dem Volksfestauszug 2016
In der grünen Kleidung macht der BZV Plattling eine gute Figur
Foto: J. Tauer
BZV Plattling im Festzug 2016
Den Imkern ist Geselligkeit wichtig. Foto: J.Weikl
Volksfest 2016: Im Festzelt

Niederbayerischer Imkertag in Grafenau

Fast die Hälfte der über 100 niederbayerischen Imkereivereine haben sich am Wochenende zum Niederbayerischen Imkertag in Grafenau getroffen. Dort wurde spürbar, welch wichtige Rolle die Bienen und Imker in Gesellschaft und Brauchtum und für die Natur spielen. Der Vorsitzende Kunibert Eder und der Kreisverband Imker Freyung - Grafenau bekamen viel Lob für ihre hervorragende Organisationsarbeit.

Traditionell beginnt der Imkertag mit einer heiligen Messe. Schon vom Kirchenlehrer Ambrosius hieß es, er er erzähle mit honigsüßer Sprache vom Reich Gottes, sagte Kaplan Dr. Matthias Ambross in seiner Predigt. Der Honig sei Maßstab für die Gaben Gottes, wenn es heiße, Gottes Gaben seien süßer als Honig.

In seiner Festrede hob Landwirtschaftsminister Helmut Brunner den volkswirtschaftliche Nutzen der Arbeit der Imker hervor. „Er ist schwer zu taxieren und eigentlich unbezahlbar – ohne Bienen wäre unser Esstisch nicht gedeckt!“ dankte Brunner den Imkern. Die Landwirtschaft ziehe aus den Bienen einen großen Nutzen, immerhin seien 80 Prozent aller Kultur- und Nutzpflanzen auf die Bestäubung durch die Bienen angewiesen. Brunner bedauerte, dass sich viele Landwirte das viel zu wenig bewusst machen. Er fand, dass die Bauern, die die Flächen bewirtschaften, viel mehr mit dem Imkern zusammenarbeiten sollten, und Schüler viel mehr über die Bienen erfahren.


Eine gute Zusammenarbeit von Landwirten und Imkern sei eine „win-win-Situation, von der beide profitieren fand auch Eckard Radke, der Vorsitzende des Landesverbands bayerischer Imker (LVBI). Er regte an, dass Bauern bewusst noch mehr blühende Zwischenfrüchte ansäen und sich über blühende alternativen zum Mais als Energiepflanze informieren sollten. Die Landesanstalt für Wein und Gartenbau (LWG) hat viele blühende Pflanzen getestet, die einen guten Gasertrag bringen. Hans Maier, der Vorsitzende des Bezirksverbands Imker Niederbayern beklagt, dass Landwirte oft sehr gedankenlos mit Spritze und Mähwerk umgehen. Er betont, dass blühender Raps erst abends gespritzt werden darf, wenn die Bienen nicht mehr fliegen. Landwirte, die Rücksicht auf die Bienen nehmen wollen, mähen blühende Wiesen und Zwischenfrüchte nicht während der Hauptflugzeit der Bienen.


Zandermedaille für Otto Stockinger.


Die Zucht der Carnica-Biene spielt in Niederbayern eine wichtige Rolle. Auf den vier niederbayerischen Belegstellen lassen Züchter ihre Königinnen von ausgewählten Drohnevölkern begatten. So wird sichergestellt, dass die Imker brave, robuste und fleißige Bienenvölker bekommen. Otto Stockinger hat die Belegstelle Bramandlberg im Landkreis Freyung -Grafenau seit 1969 aufgebaut und geleitet. Für diese Leistung verlieh ihm Eckard Radke auf dem niederbayerischen Imkertag in Grafenau die Zandermedaille in Silber.

Im Kirchenzug (Foto: Summer)
Der BZV Plattling im Kirchen zug
Im Festzelt (Foto: Summer)
Imkertag 2016 im Festzelt
Auch der bayerische Landwirtschaftsminister Helmut Brunner war unter den Ehrengästen
(Foto: Summer)
Imkertag 2016: Ehrengäste im Festzelt
Otto Stockinger (mitte) bekam die Zandermedaille in Silber (Foto: Summer)
Imkertag 2016 Gruppenfoto, Ehrengäste

Besichtigung der Stadtwerke Plattling

Winterversammlung 2016

Zum Jahresabschluss haben sich die Imker des Bienenzuchtvereins Plattling (BZV) im Infohaus Isarmündung getroffen. Theo Günthner, der BZV-Vorsitzende freute sich, dass er Harald Brünning, Wilhelm Von der Sitt, Andreas Sagstetter und Ruppert Koller im Verein willkommen heißen konnte.

Dabei zu sein, lohne sich, fand Günthner. Der BZV unterstützt seine Mitglieder durch regelmäßige Schulungen. Imkerpaten besuchen die Neuen und helfen ihnen, ihr erstes Bienenvolk zu versorgen. In den ersten beiden Jahren gibt es eine staatliche Förderung für die Neuimker. Gesundheitswart Franz Britzl organisiert eine Sammelbestellung für die Behandlungsmittel gegen die Varroamilbe und Vereinsmitglieder bekommen Rabatt, wenn sie die Fachzeitschrift „Imkerfreund“ über den Verein beziehen.

Qualität im DIB-Glas

Seit 100 Jahren gibt es für Mitglieder des Deutsche Imkerbunds (DIB) ein eigenes Honigglas mit Deckel und Etikett. Im einheitlichen Glas zeigen die Imker, dass ihr Honig erhöhten Qualitätsanforderungen gerecht wird. Günthner muss regelmäßig von den Vereinsmitgliedern Stichproben zur Untersuchung einschicken. Die Marktkontrolle stellt sicher, dass der Honig in den DIB Gläsern beispielsweise maximal 18 Prozent Wasser enthält, gemäß EU-Honigverordnung wären 20 Prozent erlaubt. Der DIB schreibt eine Mindestaktivität der Enzyme vor, die Honigverordnung macht da keine Vorgaben.

Umweiselungsaktion erfolgreich

Vorstandsmitglied Georg Schwarz hat sich 2016 besonders um die Imker im Schutzkreis der Belegstelle angenommen. Bienenvölker, die in einem Umkreis von 7,5 Kilometer um die Belegstelle im Königswald stehen, müssen Königinnen und Drohnen haben, die der Linie der Belegstelle entsprechen. Nur so ist gewährleistet, dass die Königinnen, die die Züchter zur Begattung auf die Belegstelle bringen, von den richtigen Drohnen mit besonders guten Genen begattet werden. Rund um den Königswald sind 64 Imker mit rund 300 Völkern von der Schutzkreisregel betroffen. Schwarz wünschte sich, dass auch 2017 wieder möglichst viele Imker mitmachen und entweder begattete Königinnen der Belegstelle in ihre Völker einweiseln, oder mit Zuchtstoff der Belegstelle weiter züchten.

Reise durch Georgien

Bevor sich die Imkerinnen, Imker und ihre Angehörigen am Buffett stärkten, zeigte Wilhelm von der Sitt einen Film von einer Reise durch Georgien. Mit seinen Söhnen und Freunden ist er mit einem Geländewagen auf zum Teil sehr engen, von Schlaglöchern und Pfützen durchsetzten Straßen 2500 Kilometer gefahren. Die Reise führte ihn von der Hauptstatt Tifles aus auf einer alten Heerstraße durch den Kaukasus mit seiner eindrucksvollen Hochgebirgslandschaft nach Norden. Er besuchte die Festung Ananuri, den Wintersportort Gudauri, die Kuppelkirche Zminda Samba auf 2170 Meter Höhe am Fuß des 5033 Meter hohen Kasbegi. Die Fahrt ging über Uscholi, dem höchst gelegenen Dorf Europas auf 2200 Meter Höhe hinunter an die Schwarzmeerküste nach Batumi an der türkischen Grenze Trinkfest musste die Reisegruppe im Weinangabgebiet im Süd-Osten des Landes.

Von der Sitt konnte seine Begeisterung für Georgien vermitteln: Großartige Landschaft und sehr gastfreundliche Menschen in einem Land, dass der Korruption den Kampf angesagt hat.

Jahreshauptversammlung 2016

Jahreshauptversammlung 2016 ...
JHV Plenum
... einige Mitglieder hatten einen Körkurs besucht...
JHV Zertifikatüberreichung
einige Mitglieder wurden für ihre langjährige Mitgliedschaft geehrt
JHV 2016 Ehrungen

 

Wahrscheinlich haben sie sich es von ihren Bienen abgeschaut: Auf seiner Jahreshauptversammlung im Gasthaus „Zum Dorfkrug“ in Pielweichs hat sich der Bienenzuchtverein Plattling als Verein präsentiert, dessen Mitglieder gut und effektiv zusammenarbeiten.

Zügig und gut organisiert führte der Vorsitzende Theo Günthner durch die Tagesordnung. Er dankte den Mitgliedern für ihre Unterstützung. „Wenn man Euch braucht, seid Ihr da“, sagte er. Der Bienenzuchtverein hat rund 130 Mitglieder, einige von ihnen arbeiten in der Züchtergruppe auf der Belegstelle im Königsholz bei Ottmaring mit. Auf die Belegstelle haben Züchter im Jahre 2015 über 6000 Königinnen gebracht, damit sie von den Drohnen besonders ausgewählter Völker begattet werden. „Durch die Belegstellen haben wir große Erfolge in der Zucht erzielt“, sagte Günthner. Imker bekommen so fleißige, robuste Bienenvölker, die sich gut bearbeiten lassen. Deswegen sei es gerechtfertigt, dass sie besonderen, staatlichen Schutz genießen, betonte er. Imker dürfen im Umkreis von 7,5 Kilometer nur Bienen halten, die der Linie der Belegstelle entsprechen. Georg Schwarz hatte mit den Imkern im Schutzkreis Kontakt aufgenommen und sie darüber informiert, wie die Belegstelle die Imker unterstützt: Wenn sie selber Königinnen nachziehen, können sie das aus Zuchtstoff der Belegstelle tun. Wer sich weniger Arbeit machen möchte, kann nach Absprache Weiselzellen mit unbegatteten Königinnen bekommen oder gegen eine Schutzgebühr belegstellenbegattete Königinnen.

Viel Arbeit hat Kassier Christian Kopp mit der Onlinemitgliederverwaltung. Er bearbeitet viele durchlaufende Posten, wie die Mitgliedsbeiträge für den Landesverband bayerischer Imker, die Bestellungen der Zeitschrift „Imkerfreund“ und der Varroabehandlungsmittel, die Ausgabe der Honiggläser des Deutschen Imkerbunds, die Anfängerförderung, die Imker-Versicherung und die neue Vereinskleidung.

Gesundheitswart Franz Britzl hatte sich mit seiner Familie um neue Vereinskleidung gekümmert. Auf der Versammlung konnten die Mitglieder die frischen kiwigrünen Hemden und Shirts mit dem Vereinslogo nach hause nehmen. Erste Gelegenheit die neue Kleidung zu zeigen ist auf dem Volksfestauszug am 25. Mai. Schon seit vielen Jahren kümmert Britzl sich um die Sammelbestellung der Varroabehandlungsmittel beim Veterinäramt.

In ihrem Jahresrückblick zeigte Schriftführerin Hannelore Summer, wie die Imker in Plattling zusammenhelfen: Beim gemeinsamen Rahmenwaschen, für einen guten Start in die Bienensaison, bei Fortbildungen am Lehrbienenstand im Infohaus Isarmündung, bei der Ausbildung von Imkeranfängern. Wer gemeinsam arbeitet, soll auch miteinander feiern, etwa auf dem niederbayerischen Imkertag, beim Imkersommerfest an Mariä Himmelfahrt oder beim Jahresabschlussessen.


Theo Günthner freute sich, dass er auf der Versammlung neben dem langjährigen Mitglied und Ehrenbürger der Stadt Plattling Michael Weiderer auch die Ehrenmitglieder Adolf Gruber, Erwin Eckl, Josef Salzberger und Georg Neißendorfer begrüßen konnte. Er ehrte Rudolf Zizler senior und junior mit der goldenen Ehrennadel für 40 jährige Mitgliedschaft, Siegfried Kröll mit der silbernen für 25 jährige Mitgliedschaft, sowie Gisela Helmbrechts, Hildegard Apfelbeck und Thomas Mühlbauer mit der bronzenen Ehrennadel für 15 Jahre Treue zum Verein.

Fachwarteschulung am 6.2. 2016

Klima, Gesellschaft, Landwirtschaft und Vorschriften verändern sich immer schneller. Um ihre Völker trotzdem gut bewirtschaften zu können und Freude an der Natur, dem Honig und den Bienenprodukten zu haben, müssen Imker viel wissen und können und richtig reagieren.

Auf der Frühjahrsschulung im Preysinghof haben Dr. Mandy Fritz, vom Technologie und Förderzentrum Straubing, Erhard Härtl, Staatlicher Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern und Imkermeister Ernst Tiefenthaler aus Pichl bei Wels, Oberösterreich, die Bienenwarte der niederbayerischen Imkervereine mit aktuellen Informationen über Nahrungsquellen, Zucht und Gesundheit der Bienen versorgt.

Energiepflanzen mit Mehrwert

Dr. Mandy Fritz forscht am Technologie und Förderzentrum in Straubing über Pflanzen, die Energie und Rohstoffe liefern und ökologische Vorteile bieten. Wenn man bedenke, dass von 50 000 Pflanzenarten, die man nutzen könnte, weltweit nur 15 intensiver angebaut werden und nur Weizen Mais und Reis fast zwei Drittel der Nahrungsenergie liefern, gebe es noch viel zu erforschen, sagte Fritz. Der Mais an sich sei nicht böse, keine Pflanze setzt die Sonnenenergie so gut in Biomasse um, aber er habe auch Nachteile. Sie stellte einige Pflanzen vor, die Fruchtbarkeit des Bodens und die Vielfalt von Pflanzen und Tieren zu erhalten, und den Bienen Nektar und Pollen zu bieten. Buchweizen beispielsweise wächst sehr schnell, ist anspruchslos und gilt als Pflanze, die den Boden gesund macht. Er gibt den Bienen mehr als doppelt so viel Honig, wie Raps. Aber Buchweizenhonig hat einen strengen Geschmack, den mögen viele nicht. Weil Buchweizen als Zwischenfrucht oder Gründüngung spät blüht, bietet er den Bienen im September ein gutes Winterfutter. Als Energiepflanze lässt er sich auch gut in der Biogasanlage verwerten, liefert aber nur ein Fünftel der Energie, die Mais bringen würde.

Schon im Herbst können Landwirte eine Mischung aus Getreide und Schmetterlingsblütlern wie Wicken oder Erbsen anbauen. Sie verhindert die Erosion, weil sie den Boden rasch bedeckt, Schmetterlingsblütler binden Stickstoff aus der Luft. Wenn sie blüht, schaut die Mischung schön aus und bietet Wildbienen und Hummeln viel Nahrung. In der Biogasanlage erbringt sie knapp halb so viel Energie wie der Mais. Fritz stellte noch Sonnenblumen und Sorghumhirse vor, und als Dauerkulturen die durchwachsende Silphie und die Sidamalve vor. Landwirte müssen entscheiden, ob ihnen der maximalen Ertrag oder andere Vorteile wie Erosionsschutz, Bodengesundheit oder Biodiversität wichtig sein, fand Fritz. Da spielen auch die gesetzlichen Vorgaben und Fördersätze eine Rolle. An zehn Standorten in Bayern können sich Bauern und Imker über die blühenden Energiepflanzen informieren. Sie bedauerte, dass diese nicht als Greening angerechnet werden.

Waldtracht - ein spannendes Thema

Ernst Tiefenthaler führte die Imker in ein faszinierendes und spannendes Thema ein: Die Waldtracht. Um Waldhonig ernten zu können müssen viele Faktoren zusammenpassen: Die Bäume müssen im Frühjahr gut im Saft stehen, die Honigtauerzeuger, Rindenläuse (Lachniden) und Schildläuse (Lecanien) müssen sich gut vermehrt haben und die Triebe der Bäume dürfen nicht zu schnell verholzen. Da sind ein feuchter und warmer Herbst, ein warmes Frühjahr und ein kühlerer Frühsommer ideal. Die Honigtauerzeuger saugen den süßen Saft aus den Siebröhren unter der Rinde, filtern sich die Eiweißbestandteile heraus und scheiden eine Zuckerlösung wieder aus. Wenn der glasklare klebrige Saft von den Bäumen tropft, freuen sich die Imker. Die Bienen holen sich den Honigtau, und verarbeiten ihn dann zu dem dunklen Waldhonig um. Nicht nur die Nadelbäume, sondern auch Ahorne, Birken, Eichen und Kastanien liefern Honigtauhonig. „Wenn man sich mit der Waldtracht befasst, dann lernt man ganz viel über die Zusammenhänge in der Natur“, sagte Tiefenthaler.

 

Aktuelles aus der Fachberatung

„Unser Honig ist etwas wert, gute Qualität wird geschätzt“, sagte Erhard Härtl. Er hatte viele Informationen zur Bienengesundheit und zur Zucht zusammengetragen. Er warnte davor, Völker aus Italien nach Deutschland zu bringen, denn in Süditalien wurde der kleine Beutenkäfer gefunden. Er appellierte an die Imker, Völker in der unmittelbaren Umgebung bei Carnica-Züchtern zu kaufen. Denn seit vielen Jahren wählen die Züchter Bienenaus, die gut an Klima und Nahrungsangebot angepasst sind. Sanftmut und Fleiß sind bei ihnen im Erbgut verankert. Wer sie vermehrt, weiß, dass er immer gute Völker hat, die ihm Freude bereiten.

 

 

v.l. Imkermeister Ernst Tiefenthaler, Dr. Mandy Fritz vom FTZ Straubing, Hans Maier und Otto Kötterl, Vorsitzende des Bezirksverbands Imker Niederbayern, Erhard Härtl, staatlicher Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern (Fotos: Summer)
Referenten Fachwarteschulung
Der Saal des Preysinghofes war fast zu klein für den Andrang
Zuhörer bei Fachwarteschulung

Hygienetag „Saubere Rahmen“

Hygienetag 2016 (Foto: Paul Häusler)
BZV Plattling beim gemeinsamen Rähmchenwaschen

Immer mehr Imker nutzen den Hygienetag des Bienenzuchtvereins Plattling und kochen gemeinsam ihre Rähmchen aus. Das sei eine wirklich gute Idee vom stellvertretenden Vorsitzenden Josef Hasenöhrl und Heinz Auerbeck gewesen, freute sich Theo Günthner, Vorsitzender des Bienenzuchtvereins Plattling.

sicher und sauber

Besonders Anfänger und Imker mit wenigen Völkern haben oft Probleme die Rähmchen, in die die Bienen ihre Waben bauen, hygienisch zu reinigen. Vielen fehlen der Platz, die Möglichkeit und und die Sicherheitsausrüstung, mit 3 prozentiger, kochender Natronlauge hantieren. „Mit Lauge aus kochen ist eine sehr sichere Methode, aber man braucht die richtige Schutzausrüstung, eine Schürze, Handschuhe und ein Schutzschild für die Augen“, sagte Gesundheitswart Franz Britzl. Er stand den Imkern mit vielen Fachinformationen zur Seite. Weil alle Mitglieder zusammenhalfen, war die Arbeit rasch getan:

viele Hände - sschnelles Ende

Zwei klemmen die Rähmchen in einen Rahmenhalter aus Edelstahl, einer taucht sie in das Laugenbad, einer spülte sie im Wasserbad nach. Es dauert kaum eine Minute, dann konnte der Imker seine hygienisch sauberen, dampfenden Rähmchen wieder einpacken.
Weil es so gut organisiert war und das Rähmchenwaschen schnell ging, blieb noch viel Zeit, zum Fachsimpeln. Wie hast Du Deine Bienen eingewintert, hast Du sie schon behandelt gegen die Varroamilbe, wie mag wohl das Frühjahr werden, was gibt es Neues? Im Winter, wenn die Bienen in den Beuten ruhen, haben die Imker Zeit, sich auf das neue Jahr vorzubereiten.

Tipps für Imker und Züchter

Jeder Imker arbeitet etwas anders, bei dem Treffen gab es Gelegenheit, Erfahrungen auszutauschen. Wann erweitert man am besten die Bienenwohnung, braucht es ein Absperrgitter, damit die Königin nicht in den Honigraum kommt? Theo Günthner, der auch bayerischer Zuchtobmann und Leiter der Belegstelle Königswald ist, gab Tipps zur Bienenzucht. Jeder Imker, der Carnicabienen züchtet und auf der Belegstelle von ausgewählten Drohnenvölkern begatten lässt, erweist allen Imkern einen großen Dienst: Sie bekommen friedliche, vitale und ertragreiche Völker, die allmählich immer besser mit der Varroamilbe fertig werden. Bei der Carnicarasse gibt es viele verschiedene Linien. Jeder Reinzüchter wählt seine Völker aus und entwickelt seine Linie weiter.

geselliges Vereinsleben

„Da geht ja richtig was weiter“, sagte Neumitglied Wolfgang Würchner anerkennend. Er dachte, dass sich die Imker nur zum geselligen Beisammensein treffen wollten. Ihn beeindruckte wie fleißig und konstruktiv die Imker zusammenhalfen und die Berge von Rähmchen bewältigten. Als alle Rähmchen sauber waren, und die Lauge abgekühlt, nahm sich mancher einen Eimer davon mit nach Hause. Die Lauge mit dem Kittharz und den Wachsresten eignet sich wunderbar zum Streichen von Holz.

 

2015

Neuwahlen im April 2015

Auf der Jahreshauptversammlung des Bienenzuchtvereins Plattling (BZV) haben die Mitglieder die Vorstandschaft in ihrem Amt für weitere vier Jahre bestätigt. Theo Günthner bleibt erster Vorsitzender, im Amt bleiben auch Josef Hasenöhrl als sein Stellvertreter, Christian Kopp und Schriftführerin Hannelore Summer . Erstmals unterstützen Georg Schwarz aus Ruckasing, Richard Sagmeister aus Otzing und Alois Mühlbauer aus Metten als Beisitzer die Vorstandschaft. mehr ...

Hygieneschulung

... hygieneisch sauberer Start in das Bienenjahr

Feuertonne
Gruppe von Imkern am Feuertonne beim Waschen von Rähmchen
Rähmchen vor Feuertonne

Körkurs

Wer wissen will,zu welcher Rasse eine Biene gehört miss genau hinsehen. Dr. Friedgard Schaper, ehemalige Leiterin des Fachzentrums Bienen an der Landesanstalt für wein- und Gartenbau erklärte, worauf es bei der Carnica-Biene ankommt

Bienenpflege im Frühjahr

Erhard Härtl, staatlicher Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern erklärte, wie Imker Völker aufbauen und verhindern können, dass sie schwärmen

Königinnenzucht

Erhard Härtl, staatlicher Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern zeigt, wie Imker aus einem guten Volk Königinnen nachziehen können

Varroakontrolle und Einwinterung

Je weniger Varroamilben in einem Volk sind, desto besser kommt es über den Winter. Franz Reitberger, Leiter der Belegstelle Schellenberg zeigte unter anderem, wie Imker mit Hilfe der Puderzuckermethode den Befall kontrollieren können.

Niederbayerischer Imkertag 2015

Der Bienenzuchtverein Plattling (BZV) hat mit einer großen Delegation den Niederbayerischen Imkertag 2015 in Riedenburg besucht. Das Treffen der niederbayerischen Imker begann mit einem Kirchenzug und einem ökumenischen Gottesdienst. Im offiziellen Teil habenTheo Günthner, BZV-Vorsitzender und bayerischer Zuchtobmann  und Peter Lemke, Vorsitzender des Bezirksverbands Imker Niederbayern Erhard Härtl, dem staatlichen Fachberater für Bienenzucht in Niederbayern mit der Züchternadel und Fritz Schürzinger mit der Zandermedaille in Bronze ausgezeichnet.

Die Plattlinger Imker trafen in Riedenburg viele alte Bekannte und interessante Gesprächspartner. Mitte Juli ernten die Imker den letzten Honig und bereiten die Völker auf den Winter vor. Für die meisten war das Jahr ganz zufriedenstellend, Probleme bereitet nach wie vor die Varroamilbe. Es gab viel zu bereden unter den Imkern und Neues kennen zu lernen.

Kirchenzug (Foto: Summer)
Kirchenzug des Bienenzuchtvereins Plattling
Die Ehrengäste mit Landwirtschafatsminister Helmut Brunner (Foto: Summer)
ehrengäste des Bezirksverband Imker Niederbayern
Der BZV Plattling hielt lange aus.
(Foto: Summer)
Tisch mit dem BZV Plattling